Heimat- und Geschichtsverein Neu-Anspach e.V.
Heimat- und Geschichtsverein Neu-Anspach e.V.

120 Jahre Eisenbahngeschichte im Usinger Land

„Es war fünf vor zwölf“ und unsere Taunusbahn hätte es nie gegeben.

 

Der Saal in der Linde in Neu-Anspach war brechend voll. Groß war das Interesse an dem steinigen Weg von den Anfängen der Eisenbahn von Bad Homburg bis nach Weilburg und Wetzlar.

Der Heimat- und Geschichtsverein hatte zwei absolute Kenner der Historie unseres Schienenverkehrs eingeladen. Andreas Christoper, ein Geograph, in dessen Adern sprichwörtlich „Eisenbahnerblut“ fließt, wie auch bei seinem Partner, Prof. Walter Söhnlein, zogen die Zuhörer in den Bann der Pionierzeit der Eisenbahn. Prof. Söhnlein war schon als Mitglied des Bad Homburger Stadtrates und des Umlandverbandes ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Erhalt und den Ausbau der Eisenbahn im heimischen Raum bis hin zur Erfolgsgeschichte der heutigen Taunusbahn. Für sein unermüdliches Eintreten verlieh ihm die Stadt Bad Homburg die Ehrenplakette und 2004 erhielt er den Saalburgpreis. Gespickt mit Protokollen, politischen Weichenstellungen und auch Verirrungen, die beinahe für die Stilllegung der Eisenbahn von Bad Homburg bis Grävenwiesbach gesorgt hätten, gab er Zeugnis davon, was es heißt, voller Überzeugung für eine Sache zu kämpfen, ohne sich kurzfristigen ökonomischen Interessen zu beugen. Heute können wir ihm und seinen Mitstreitern dafür nur dankbar sein. Nicht auszudenken, wenn heute die Pendler aus dem Hintertaunus mit Bussen, wie es beinahe beschlossen worden war, nach Frankfurt/Oberursel/Bad Homburg transportiert worden wären. Die Stilllegungen der Trassen von Grävenwiesbach nach Wetzlar z.B. wird heute seitens der Bahn bitter bereut. Aber das ist Schnee von gestern. So wäre es auch beinahe uns selbst hier in Neu-Anspach gegangen. Man kann es sich gar nicht vorstellen, Neu-Anspach wurde zum Siedlungsschwerpunkt ernannt, 1974 zur Großgemeinde und die Politik hätte den Schienenverkehr eingestellt. Aus heutiger Sicht sind das schon Possen, die nur noch Kopfschütteln hervorrufen.

Das Referat des Prof. Söhnlein wurde immer wieder mit authentischen Bildern vom Bau der Eisenbahnen und deren Bahnstationen von Andreas Christoper untermalt, die uns veranschaulichten unter welchen körperlichen und auch finanziellen Anstrengungen diese Trassen in unsere steinige Hügellandschaft geschlagen wurden. Allein der Bau der einzelnen Tunnels ist heute noch bewundernswert.

Abgerundet wurde der Abend von Heinz Henrici, der mit Bildern aus der Bevölkerung den Werdegang der Neu-Anspacher Bahnhöfe zeigte und auch mit Hilfe der Gäste so manche Begebenheiten noch einmal Revue passieren ließ.

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© Daniela Born-Schulze / HGV-Neu-Anspach e.V.