Heimat- und Geschichtsverein Neu-Anspach e.V.
Heimat- und Geschichtsverein           Neu-Anspach e.V.

 

Bei der Beschreibung unseres HGV-Logos haben wir auch erläutert, dass der Querbalken ein Teil der Anspacher Heblade darstellt. Die gleiche Symbolik ist Bestandteil des Wappens des Stadteiles Anspach. Bei der Verschmelzung der einst selbständigen Gemeinden Anspach, Westerfeld, Hausen und Rod am Berg, wurden aus Platzgründen Teile der Ortswappen nicht in das Wappen Neu-Anspachs übernommen.

Die nachfolgenden Beschreibungen und Bilder sind aus dem Band 2 der Schriftenreihe des Heimat- und Geschichtsvereins aus dem Jahre 2000 entnommen. Der Autor ist Prof. Eugen Ernst.

 

Die Geschichte der Heblade

Im 16. Jahrhundert waren drei verschiedene Hebladen bekannt, die in Deutschland, Frankreich und Schweden. Die deutsche und französische Heblade ging im Laufe des wachsenden Gebrauchs dieser Vorrichtungen und ihres unzweckmäßigen Baus immer mehr in Vergessenheit. Überlebt hat die schwedische Variante, die auch in Anspach im 18. Jahrhundert besonders intensiv zur Anwendung kam.

 

1797 gab es einen Großbrand im alten Ortskern von Anspach, dem 16 Gebäude und 18 Familien zum Opfer fielen. Strohgedeckte Häuser taten ihr übriges. Die Ursache wurde nie geklärt. Am nächsten liegt die Annahme, das es wohl französische Besatzungstruppen waren, die mit offenen Feuer unvorsichtig hantierten. Für den Wiederaufbau mussten die Häuser wegen des anstehenden Winters schnellstens wieder aufgebaut werden. Man benutzte die die schon vorhandene Heblade, um die dicken Stämme aus dem Wald auf die Fuhrwerke zu laden.

 

Die Hebladegesellschaft

Am 8. Febr. 1799 wurde ein genossenschaftsähnlicher Verein gegründet, mit dem Ziel, dass die Heblade jeweils ein Jahr lang von einem Benutzer (Landwirt) bewacht und gepflegt wurde.

Die Hebladegesellschaft existiert heute noch als Verein ist aber inaktiv. Das Protokollbuch endet am 2. Jan. 1961. Von Jubiläumsfesten gibt es viele Dokumentationen über Reden und Bilder, die in dem vorgenannten Heft 2 des HGV nachgelesen werden können.

 

Die Funktion der Heblade

Bei der Heblade handelt es sich um ein Hebewerkzeug. Mit Hilfe eine großgliedrigen Kette, einem festen Stock und einem gelochten Hebebaum, eine Art Stecklift, kann in Verbindung mit einem ein- und zweiseitigen Hebel (Wolf) ein schwerer Baumstamm auf einen Wagen gehoben werden.

Der Wolf besteht aus einer massiven geschmiedeten Eisenstange (Länge 130 cm), an deren einem Ende zwei Einkerbungen im Abstand der Lochreihen im Hebebaum angebracht sind. Diese sind notwendig, um ein Abgleiten des Wolfs beim Hebevorgang an den Steckstiften zu verhindern.

In der Mitte zwischen den beiden Einkerbungen befindet sich an einem eisernen Ring ein Haken, in welchen die eigentliche Hebekette eingehängt wird. Der Stock besteht aus einem massiven Eichenbalken (15x15x235 cm), an dessen oberem Ende ein Langloch mit einer zentrischen Bohrung zum befestigen der Hebekette mittels eines Dorns vorhanden ist.

Der Hebebaum besteht aus zwei massiven Eichenbohlen, die an den Enden durch zwei hölzerne Abstandshalter den Arbeitsraum für den Wolf ergeben. Die äußeren Abmessungen des Hebebaums ergeben sich daher zu 17,5x17,5x235 cm. Stock wie auch Hebebaum werden nur Verhinderung des Aufspleißens an den Enden durch starke Eisenbänder zusammengehalten. In den Wandungen der Bohlen des Hebebaums sind im Abstand von 8 cm zwei Reihen horizontal durchgehende Bohrungen angebracht, die vertikal um jeweils 7 cm versetzt sind. In diese Bohrungen vom Durchmesser 2,5 cm wird beim Hebevorgang sukzessive ein Bolzen eingesteckt, auf welchem sich die jeweilige Einkerbung des Wolfs dreht.

Zuerst wird das eine Ende des Stammes soweit angehoben, dass ein Teil des aus einem Vorder- und Hinterteil bestehenden Fuhrwerkes, aufgeladen werden konnten. Der erste Teil des Fuhrwerkes wurde dann unter den angehobenen Stamm geschoben und der Stamm wurde dann wieder langsam abgelassen. Danach erfolgte die gleich Arbeit mit dem hinteren Teil des Stammes.

Die nachfolgenden Bilder zeigen die technischen Details der Heblade und Bilder aus der Hebladedemonstration im Hofgut Henrici, Langgasse, aus dem Jahr 1993.

Die Anspacher Heblade

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